Hisbollah – Geschichte und Gegenwart der „Partei Gottes“ Vortrag und Präsentation mit Jonathan Weckerle

Freitag, 16.11. – 19.00 Uhr c.t.
Gießen Margarete-Bieber-Saal (Ludwigstr. 34)

Die Hisbollah wurde Anfang der 80er Jahre im Libanon während des libanesischen Bürgerkriegs und des israelischen Libanonkriegs gegründet. Sie ist der bislang einzig erfolgreiche „Export“ der islamischen Republik Iran, als deren verlängerter Arm im Kampf gegen Israel und den Westen sie weltweit agiert. Die Hisbollah hat für islamistische Organisationen immer wieder Maßstäbe gesetzt, ob im Bereich des (Selbstmord-)Terrorismus, der Durchdringung aller gesellschaftlichen Bereiche oder des strategischen politischen Handelns. Ihr Generalsekretär Hassan Nasrallah war lange der populärste Führer im Nahen Osten, über den Hisbollah-Fernsehsender Al-Manar werden seine Reden weltweit ausgestrahlt. Doch auch die „Partei Gottes“ wurde durch die Umbrüche in der arabischen Welt erschüttert, wo plötzlich die Bilder und Fahnen Nasrallahs, Assads und der Islamischen Republik Iran brannten. Dabei hat Hisbollah sich nicht gewandelt, sondern im Gegenteil die mörderische und selbstdestruktive Dynamik des „Widerstands“ gegen Israel konsequent weiterverfolgt. Die „Befreiungsbewegung“ ist dadurch selbst zur größten Gefahr für den Libanon geworden, die oft prognostizierte demokratische Integration der Islamisten ist vollkommen gescheitert, und der nächste Krieg mit Israel mit noch viel größeren Verwüstungen als 2006 wird nicht zuletzt durch die Krise um das iranische Atomprogramm immer wahrscheinlicher. Auch das jüngst gescheiterte Verbot der Hisbollah auf EU-Ebene, die Verleihung des Adorno-Preises an die Hisbollah-Apologetin Judith Butler sowie der Terroranschlag auf israelische TouristInnen in Bulgarien zeigen, dass eine kritische Auseinandersetzung mit Hisbollah und den SympathisantInnen ihres „Widerstandes“ dringend angebracht.

Zum Referenten:
Jonathan Weckerle ist Sprecher von STOP THE BOMB, Mitglied im Mideast Freedom Forum Berlin und freier Autor für u.a. Jungle World, Blätter des Iz3W, Tagesspiegel und Konkret.

Audiomitschnitt Vortrag Alex Feuerherdt

Aufgrund technischer Probleme bei der Aufnahme kann an dieser Stelle kein Audiomitschnitt des Vortrages von Alex Feuerherdt angeboten werden. Wir verweisen an dieser Stelle jedoch auf einen Audiomitschnitt eines Vortrages, den Alex Feuerherdt in Dresden hielt.

What about Durban 3? Vortrag mit Alex Feuerherdt

Im (Nahen) Osten nichts Neues?

Der „arabische Frühling“, Durban 3, die Palästinenser, die Uno und die ungebrochene Popularität der „Israelkritik“ in Deutschland

Dienstag, 8. November18:00 s.t.
Gießen Margarete-Bieber-Saal (Ludwigstr. 34)

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Geht es nach einem populären deutschen Nachrichtenportal, dann hat sich Mahmud Abbas bei seiner Ansprache vor der Uno-Generalversammlung im September – zu der es einen Tag nach der von zahlreichen westlichen Staaten boykottierten und von einer antisemitischen Hetzrede des iranischen Präsidenten Ahmadinejad geprägten UN-„Antirassismuskonferenz“ namens „Durban 3“ gekommen war – „glaubwürdig als ehrlicher Makler einer gerechten Sache“ namens Palästina präsentiert und gegen den „Betonkopf“ Benjamin Netanjahu einen klaren Punktsieg errungen. Auch in anderen deutschen Medien wurde der fragwürdige Auftritt des Palästinenserpräsidenten gefeiert, als „denkwürdig“ beispielsweise oder als „kluger Schritt“, der „Handlungsdruck auf Israel“ erzeugt habe. Wie es aussieht, sind hierzulande nicht wenige froh, die überraschend bis verwirrend scheinenden Frontlinien des „arabischen Frühlings“ vernachlässigen und sich endlich wieder voll und ganz ihrer Lieblingsbeschäftigung widmen zu können: der „Israelkritik“ nämlich.
Wie die Palästinenser die Aufstände in anderen arabischen Ländern sehen und was sie selbst währenddessen eigentlich unternommen haben, scheint demgegenüber kaum von Interesse zu sein. Dabei ist es überaus lohnenswert, sich mit dieser Frage näher zu beschäftigen. Denn als andernorts die Machtzentralen der jeweiligen Autokraten, Despoten und Diktatoren attackiert wurden, zogen es etliche Palästinenser vor, sich auf die Seite der Hamas und der Fatah zu stellen. Zehntausende von ihnen marschierten Mitte Mai sogar auf die Grenzen zu Israel zu und überrannten sie teilweise. Es war dies auch der Versuch, das Thema „Palästina“ wieder stärker in den Mittelpunkt des Interesses der Weltöffentlichkeit zu rücken, nachdem der „arabische Frühling“ den Konflikt zwischen dem jüdischen Staat und den Palästinensern in den Hintergrund hatte treten lassen.
In seinem Vortrag wird Alex Feuerherdt die „Durban 3“-Konferenz und den palästinensischen Auftritt vor der Uno unter die Lupe nehmen, die Haltung der Palästinenser zu den Aufständen in Nahost einer genauen Betrachtung unterziehen, die neuesten Formen der Delegitimierung des jüdischen Staates analysieren und der Frage nachgehen, warum sich die „Israelkritik“ nicht zuletzt in Deutschland so großer Beliebtheit erfreut und wie ihr ideologischer Background aussieht.

Zum Referenten: Alex Feuerherdt (42) ist Lektor und freier Publizist. Er lebt in Köln und schreibt schwerpunktmäßig über den Nahen Osten, u.a. für KONKRET, die Jungle World, die Jüdische Allgemeine und den Tagesspiegel.

Audiomitschnitte II

Unter den folgenden Links werden die Vorträge der Doppelveranstaltung „Das Ende der Despotie? Zustand und Entwicklungsperspektiven der Freiheitsbewegungen im arabischen Raum“ vom 10.Juli 2011 zum Download angeboten:

I.) Malte Gebert: „Gottes gerechter Zorn“ Die Muslimbruderschaft und die ägyptische Revolte

II.) Stephan Grigat: Israel und die neue Konstellation im Nahen Osten. Über den „arabischen Frühling“ und den Einfluss des Iran

Hör mir uff mit Kritik!

Dass die deutsche Linke mit dem Thema Islamkritik arge Bauchschmerzen hat, darf nicht sonderlich verwundern. Zeigen doch die Debatten der letzten Jahre bis in die Gegenwart mit aller Deutlichkeit, dass die hiesige Linke in weiten Teilen, wenn überhaupt, immer noch damit beschäftigt, ist zu klären, ob mit Islamkritik nicht wahlweise „Islamfeindschaft“, „antimuslimischer Rassismus“, gar „Islamophobie“ gemeint sei bzw. gefördert werde.

Autoren, die schon längst über diese inzwischen überflüssige Diskussionen hinaus sind, sind selten anzutreffen. Zu einem dieser Autoren zählt ohne Zweifel Thomas Maul, der zu einer Diskussionsveranstaltung am 27.06.11 in Marburg im Rahmen einer Veranstaltungsreihe der Linken Fachschaft zum Thema Geschlechterverhältnis im Islam sprechen sollte.

In Marburg, in der die linken Gruppen wohl wie sonst nirgends so nah beisammen sitzen, herrscht für gewöhnlich Konsensdenken. Man teilt sich die gleiche Szenelokalität, spricht vom und verweist auf den ominösen „linken Konsens“ und kümmert sich um die zum Feindbild auserkorenen Jungs von nebenan, die „Burschis“ wie sie in Marburg genannt werden, so intensiv, dass einfachste Unterschiede wie der zwischen Nazi und Burschenschaftler dieser Szene denkunmöglich geworden ist. Themen, die zu Kontroversen einladen könnten und zu einer aufgeschlossenen Diskussions- und Streitkultur beitragen würden, wird konsequent aus dem Weg gegangen. Schließlich sitzt man ja auch in den gleichen langweiligen Seminaren, schließlich besucht man auch die gleichen langweiligen Konsensveranstaltungen, um nach drei Verständnisfragen mit selbstverständlich ausbleibender Diskussion anschließend weiterhin harmoniebedürftig ins linke Stammlokal zu gehen: Dem geliebten Havanna 8, wo sich die ganz besondere Sensibilität für einander durch das Glattbügeln möglicher Ambivalenzen und dem Stiften von linker Einheit spüren lässt. Bahnt sich doch einmal eine Kontroverse an und kündigt sich doch Konflikthaftes für den Seelenhaushalt des ideellen Durchschnittslinken in Marburg an, löst der linke Einheitsbrei in Marburg dies auf Marburger Art. Was man zwischen Flashmob gegen Studiengebühren und Spontandemo gegen Burschenschaftler im Handbuch der Kommunikationsguerilla gelernt hat, wendet man dann an, wenn der Mob Souverän darüber sein will, welche Diskussionsveranstaltungen in Marburg stattfinden sollen und welche nicht. Das zeigt der 27.06, der Tag, an dem sich die Marburger Linke selbst entlarvte und nicht besser für Kritik und Denunziation auf dem Präsentierteller offenbaren konnte.

Bereits im Vorfeld der Veranstaltung mit Thomas Maul zeigte der Großteil der linken Gruppen, was sich unter der Phrase des „linken Diskurs“ verstehen lässt. So gingen E-Mails ein, die den Referenten Thomas Maul des Rassismus, Sexismus und Antifeminismus bezichtigten, ohne dass für diese Vorwürfe ein Beweis geliefert werden konnte. In dem vorliegenden Mailverkehr berichten weiterhin Betroffene der Linken Fachschaft von „Psychoterror“, „massiven Einschüchterungen“ und „psychischem Druck“. Den linken Szeneterroristen gelang es damit erfolgreich eine derartige Drohkulisse aufzubauen, dass sich drei Mitglieder der Linken Fachschaft dazu genötigt sahen, ein Veto einzulegen und eine bis dahin problemlos geplante und einstimmig beschlossene Veranstaltung mit Thomas Maul als „nicht mehr durchführbar“ absagten.

Nachdem die Linke Fachschaft damit kurzfristig die Absage der Veranstaltung bekannt gab, versuchten Einzelpersonen aus dem Vorbereitungskreis die Veranstaltung gegen die Drohungen und Zensurforderungen der Marburger Linken durchzuführen. Hierzu wurde ordnungsgemäß eine Räumlichkeit in der Universität Marburg angemietet, die Veranstaltung von dem ursprünglichen Veranstalter, wie von derLinken Fachschaft gewünscht, entkoppelt. Dies scheiterte jedoch an einem spontanen Bündnis, bestehend aus der Marburger Linken und dem Kanzler der Universität. Unter Führung der Gruppe Dissident blockierten Marburger Feministen die Tür und verwehrten bis zum Erscheinen der Polizei den Zugang zum Veranstaltungsraum. Betrachtete der Mob es noch als Affront gegen die Autonomie der Universität, dass die Veranstalter die Polizei riefen, um die staatlich eingeräumte Freiheit zu garantieren, wurde kein Problem darin gesehen, Thomas Maul sein Rederecht einfach zu nehmen. Dabei wurden die BesucherInnen der Veranstaltung von den Blockierern körperlich bedrängt und angegangen. Durch die spontan errungene Souveränität über den Veranstaltungsort berauscht, erging sich der Mob darin, den BesucherInnen einen Vorgeschmack auf ihre Vorstellungen einer „befreiten“ Gesellschaft zu geben. Menschen, die ansonsten bitter den „sexistischen Normalzustandes“ beklagen, fällt nichts Dümmeres ein, als den Referenten mit sexistischen Kommentaren und Gesten zu verhöhnen. Deutlich wurde dabei, dass die von diesem Spektrum angebotenen feministischen Rollenspiele vielmehr der Erringung der Machtposition denn der Abschaffung von Herrschaftspraxen gilt. So wurde den BesucherInnen vom feministischen Türsteherteam zur Belustigung des Mobs angeboten, doch unter ihrem Transparent hindurchzukriechen. Der autoritäre Charakter der Wort- und Tatführer, der sich in solchen Formen von Erniedrigungspraxen offenbart und von der großen Masse der umstehenden Sympathisanten goutiert wurde, verweist auf die Regression einer Linken, der es nicht um Kritik und Reflexion, sondern um besinnungslosen Aktionismus geht. Im Veranstaltungsraum selbst zeigte sich die Marburger Linke in traumwandlerischer Sicherheit als in erster Linie linke Deutsche. Während sich die Kameraden von der queer-feministischen Front darin genügten, die BesucherInnen zu schikanieren, machte es sich der restliche Teil der Linksdeutschen biertrunken in schwarz-rot-goldenem Utensil gemütlich. Dieser zur Subversion verklärte Akt stumpfsinnigen Aufgehens in schwarz-rot-gold lässt erahnen, dass Vokü und Havanna 8 möglicherweise mehr Ersatz, denn Ablehnung der nationalen Nestwärme zum Ausdruck bringen.

Der Ausfall jeglicher Reflexion stellt sich exemplarisch an dem verteilten und zur Begründung gereichten Flugblatt der Gruppe Dissident dar, dessen Argumentationslogik über den Stand von Verleumdung und Lüge nicht hinauszuweisen vermag. Alleine der an Dumpfheit nur schwer zu überbietende Titel „Die Bockwurstparty ist vorbei“ lässt tief blicken. Dass mit dieser Parole anderenorts gegen Naziaufmärsche mobilisiert wird, dürfte den Agitatoren von Dissident bewusst gewesen sein. Der dem Film „Inglorious Basterds“ entlehnte Titel macht deutlich, wohin die Reise geht: Autoren, die eine Kritik an Unterdrückung, repressiven Strukturen usw. in islamischen Gesellschaften formulieren und deren (potentielle) ZuhörerInnen sind Nazis; für Nazis kann es nur eins geben: Auf die Fresse! Die Welt teilt sich auf in Schwarz und Weiß, das Freund-Feind-Denken ist in Stellung gebracht: Dissident auf der einen Seite, auf der anderen alle die nicht die Denkweise von Dissident teilen: Nazis. Und gegen Nazis ist fast jedes Mittel Recht. Und wenn man keine Skalps nehmen darf, dann muss zu mindestens das Faust“recht“ herrschen. Wohl mehr unbewusst, denn bewusst orientiert man sich am Schmittschen Diktum: „Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet.“ (Schmitt 1934: 11) Man möchte den Ausnahmezustand herbeiführen, um sich als Souverän über die Hörsäle der Universität zu setzen. Dabei soll die Entscheidungsbefugnis darüber, wer in jenen sprechen und zuhören darf und wer nicht der hiesigen Avantgarde der linken Provinz obliegen. Nur in der Revolte werden sie sich selbst gewahr, „[e]s mußte selbst erfahren werden. Das Schöne war das, was erlebt wurde. Das Schöne steckte überall drin, in der Gewalt, im Haß, in der Bewegung, in unserer Realität, die (…) [sie] der anderen entgegensetzten. Ständig.“ (Lecorte 1992: 180) Dieser Drang zur Tat und der damit einhergehende Ausfall der Reflexion zeichnet das gesamte Flugblatt aus: Islamkritik ist Rassismus, die Kritik der Unterdrückung der Frau in islamischen Gesellschaften ist Sexismus respektive Antifeminismus. In allem, jedem und überall sieht die Marburger Linke Rassismus und Sexismus lauern – „sie leidet an Verfolgungswahn, der in Verfolgerwahn umschlägt“ (Marquard 1991: 121). So ist es auch nicht notwendig, anhand der Schriften oder Aussagen des als Rassisten, Sexisten und Antifeministen Geschmähten, diese Vorwürfe zu belegen – es reicht ihn derart zu brandmarken: Der Mob hat gesprochen. Exemplarisch für diese Form der Ausübung der Definitionsmacht durch Gewalt, steht, dass die verfolgende Unschuld darauf verzichtet, auch nur eine Stelle aus den Büchern des Referenten anzuführen. In der logischen Konsequenz des antirassistischen Bekenntniszwangs liegt es dann wohl auch, die reale Bedrohung durch Dhjihadisten als übertriebene Instrumentalisierung darzustellen und die repressive Unterdrückung des Individuums im Namen des Islam in einem verschämten Satz abzuhandeln, als sei die Thematisierung autoritärer Strukturen hauptsächlich ein Phantasiegebilde von KritikerInnen der islamischen Herrschaftspraxis. In derselben Linie liegt die instrumentalisierte Bezugnahme auf die Ergebnisse empirischer Sozialforschung, wie der zitierten Studie „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“. Deren Inhalt von den sich als Gesellschaftskritikern wähnenden Dissidenten, keiner kritischen Reflexion unterzogen wird, dieser vielmehr vollkommen affirmativ als quasi-objektiver Tatsachenbericht zur Bestätigung der eigenen Vorurteile herangezogen wird. So malen sich die Agitatoren von Dissident die Welt, wie sie sich ihrem durch keine Selbstkritik und Reflexion gestörten bewegungsfetischistischen Bewusstsein darstellt. Der „Widerstand charakterisiert die „Außenwelt“ im Sinne des innerweltlichen Seienden, aber nie im Sinne der Welt.“ (Heidegger 2006: 211) – sprach schon der Philosoph, der einst, wie sie heute, durch die Fachwerkhaus-bewehrten Gassen von Marburg streifte. Erschreckend ist jedoch in erster Linie die Formierung der gesamten autonomen Marburger Linken – ob Dissident, AFLR, Lisa 2 und AG 5 und SympathisantInnen – auf Grundlage dieser pathischen Projektionen zum autoritären Mob.

Dies ist ein Aufruf an diejenigen, welche sich dem linken Konsens in Marburg nicht unterordnen wollen. Wer sich Aufklärung und Kritik und nicht der repressiven Gleichheit einer linken Szene verpflichtet sieht , der sei hiermit aufgefordert Schluss zu machen mit der politischen Kumpanei mit den autonomen Linken von Dissident und FreundInnen. Aber vormachen muss sich niemand etwas: Wer die jüngere Geschichte der Linken Fachschaft in Marburg kennt wird wissen, wie tief auch die Linke Fachschaft im Marburger Szenesumpf steckt. Die Linke Fachschaft wird sich darum fragen lassen müssen, ob sie willens ist, weiterhin mit politischen Gruppen in Marburg zusammenzuarbeiten, die nicht nur Gewalt gegen Einzelpersonen für ein politisch legitimes Mittel halten, sondern seit jeher der praktischen Unvernunft verpflichtet sind und dies am 27.06 tatkräftig unter Beweis gestellt haben. Ebenso wird die Linke Fachschaft sich in Zukunft mit der Frage auseinandersetzen müssen, wie sie zum „linken Konsens“ und dem linken Mob mitten unter ihnen in Marburg steht; ob sie an der Kritik und Denunziation des Marburger Szenesumpfs interessiert ist oder lieber die linke Nestwärme bevorzugt. Die Linke Fachschaft sollte sich dabei auch ihrer politischen Druckmittel bewusst werden und sich nicht, wie bisher geschehen, einschüchtern lassen. Immerhin war sie in jüngerer Vergangenheit Financier für jedweden Müll der letzten Monate und Jahre in Marburg und hat bereitwillig ihre finanzielle Unterstützung für diverse linke Veranstaltungen angeboten. Diese Praxis sollte sehr ernsthaft überdacht werden. Ob es sich die linken Gruppen allein aus finanziellen Interessen leisten können Mitgliedern der linken Fachschaft einem Psychoterror auszusetzen, müsste gegenüber jenen linken Tätern aus dem Umfeld von Dissident und AFLR ernsthaft klar gestellt werden.

Diese Orientierungspunkte für die nahe Zukunft würden einen konsequenten Bruch mit der Linken in Marburg darstellen. In einer Stadt wie Marburg, in der die linken Mülltonnen so dicht zusammen stehen und der ekelhafte Mief – des Dissident-Interventionismus, des sogenannten Feminismus des AFLR, Lisa 2 – und AG 5 – Konformismus, die Antisemit-Paech-Freundschaft des Marxistischen Arbeitskreis, den Anhängern des „Sozialismus im 21.Jahrhundert“ von SDS.Linke & Co. – eine Fachschaft mit dem Beinamen „Linke“ überflüssig machen müsste, will sie denn tatsächlich an Aufklärung und Kritik interessiert sein. Dass die Linke Fachschaft mit der Veranstaltungsreihe „Islam, Islamismus und die Linke“, die Kritik des Islam auch gegen linke Bekenntnisse auf die Tagesordnung zu setzen bereit war, lässt diese Hoffnung zumindest aufkeimen.

Einzelpersonen aus Marburg

http://marburgerzustaende.wordpress.com/

Arbeitskreis Kritische Theorie Gießen

http://arbeitskreis.blogsport.de

comité liberté Gießen

Heidegger, Martin 2006: „Sein und Zeit“, Max Niemeyer, Tübingen.

Lecorte, Tomas 1992: „Wir tanzen bis zum Ende. Die Geschichte eines Autonomen“, Galgenberg, Hamburg.

Marquard, Odo 1991: „Die Denkformen und die Gewaltenteilung. Zur Aktualität der Philosophie von Hans Leisegang“ in: Ders. 2004: „Individuum und Gewaltenteilung. Philosophische Studien“, Reclam, Stuttgart, (S.114-123).

Schmitt, Carl 1934: „Politische Theologie“, Duncker & Humblot, München u. Leipzig.

Marburg/Gießen – 16. Juli 2011

zweite leicht überarbeitete Fassung vom 11.Juli 2011